Konservierungsraum Moor
Die konservierende Wirkung des Torfes schafft einmalige Erhaltungsbedingungen für organische Materialien, so sind die Moore für die Archäologie eine wahre Fundgrube an Spektakulärem, Seltenheiten sowie auch Alltagsgegenständen des menschlichen Lebens. Im Prinzip funktioniert das Moor wie ein Vakuum, ein Körper oder Gegenstand versinkt in ihm, wird von den Torfmoosen in relativ kurzer Zeit überwachsen und dadurch in einem luftabgeschlossenen Raum „evakuiert“.
Der Zersetzung- oder Verwesungsprozess, der im Normalfall eintreten würde, wird hier ausgesetzt. Neben den Grundstoffen, die ohnehin eine lange Lebensdauer aufweisen wie Metall oder Ton, bleiben somit auch organische Materialien wie Textilien, Haut, Knochen oder Holz erhalten.
Auch für die Datierung zeigt das Moor ideale Voraussetzungen: Auf dem konservierenden Torf befindet sich eine lebende Moordecke. Stirbt diese ab, entsteht aus ihr eine Torfschicht, auf der wiederum neue Moose wachsen. In der zeitlich erkennbaren Abfolge liegt also immer eine junge über einer älteren Torfschicht. Gegenstände, die in einer Schicht eingeschlossen gefunden werden, können so durch diese Abfolge zeitlich eingeordnet werden.


