Moorleichen im Museum

Wie die Moorleichen zeigen, hat das Moor die Verstorbenen nahezu mit Haut und Haaren konserviert. Dabei kommt es aber durchaus zu Veränderungen der menschlichen Körper: Der chemische Haushalt der Hochmoore sorgt dafür, dass sich das Haar der Toten rot färbt.

Zudem wird den Knochen die Kalksubstanz entzogen, so dass die Körper etwas gestaucht und kleiner wirken, als die Menschen zu Lebzeiten gewesen sind. Und nicht zuletzt wirkt die Haut dunkel und wie Leder – durch eine natürliche Gerbung, die das Moor bewirkt. Die Analyse der Toten belegt erstaunliche Merkmale: Weltweit handelt es sich bei den Verstorbenen zumeist um männliche Tote, die in Nordwestdeutschland zwischen dem 8. Jh.v. Chr. und dem 11./12. Jh. n. Chr. in das Moor gelangten.

Bei den knapp sieben Moorleichen des Landesmuseums Natur und Mensch – eine Leiche ist nicht mehr komplett erhalten – war die Todesursache nur im Falle des Jungen von Kayhausen zu ermitteln: Geknebelt und mit Schnittverletzungen an Hals und Arm wurde er ins Moor gebracht. Während die vielen medizinischen Untersuchungsmethoden und -techniken zu immer präziseren Erkenntnissen über diese Verstorbenen führten, bleibt die Deutung, warum einzelne Tote überhaupt ins Moor gelangten, auch heute noch offen.

Sie können sich hier ein Foto der Moorleiche von Husbäke in der Fundsituation ansehen.